Pressemitteilung vom 01.07.2009:
Ganz Bühl war eine Bühne
Faszinierende Klangerlebnisse: Beim Auftritt der Alphornbläser Baden-Württemberg blieben nicht nur menschliche Passanten begeistert stehen. (Foto: W. Mark)
Das 12. Landes-Musik-Festival in Bühl war ein voller Erfolg. Tausende Besucher überzeugten sich von der Vielfalt der Laienmusik im Land – oder waren sogar gleich selbst aktiv. Musikalischer Höhepunkt war das „Fest der Klänge“ von und mit Jochen Wehner.
Ob mit dem Bus, mit der Bahn oder dem privaten PKW, aus sämtlichen Teilen des Landes reisten die mehr als 2.500 Laienmusiker nach Bühl an. Man musste sich gar nicht erst groß umhören, um zu erkennen, dass das Konzept des veranstaltenden Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB) aufgegangen war: Aus jedem Winkel des Stadtkerns waren musikalische Töne zu vernehmen. Bühl hatte sich wahrlich in eine „klingende Innenstadt“, in eine einzige große Bühne der Laienmusik verwandelt.
Wenn die vielen Musikanten nicht gerade sich selbst auf einer der sechs Bühnen in Szene setzten, erkundeten sie die badische Zwetschgenstadt oder lauschten den Auftritten ihrer Kollegen. Besonders begehrt war das Abschlusskonzert unter dem Titel „Fest der Klänge“. Zwar war es kurzfristig – bedingt durch das unsichere Wetter und die etwas zu kleinen Platzverhältnisse auf dem ursprünglich avisierten Marktplatz – ins Bürgerzentrum Neuer Markt verlegt worden, dafür platzte dieses dann aber beinahe aus allen Nähten.
Die über 120 MusikerInnen des Verbandsorchesters Mittelbaden und des Musikvereins Haueneberstein boten unter der Leitung von Jochen Wehner ein Konzert, das den großen Erwartungen im Vorfeld (wir berichteten) gerecht wurde. „Das war ein einmaliges Erlebnis“, zeigte sich Bühls Oberbürgermeister Hans Striebel am Ende begeistert von der „grandiosen, konzertanten Blasmusik“ und umarmte den überraschten Jochen Wehner auf der Bühne.
Nach einer beeindruckenden Demonstration mehrchöriger Bläsermusik – neben dem Hauptorchester gab es eine Banda und verschiedene weitere Gruppen, die für einen polyphonen Raumklang sorgten – spielten und sangen zum Abschluss alle anwesenden Musiker und Sänger Beethovens „Freude schöner Götterfunken“, dirigiert vom BDB-Musikbeiratsvorsitzenden Ronald Holzmann, dem Initiator des einmaligen Konzerterlebnisses in Bühl.
Auch die Alphornbläser Baden-Württemberg sorgten am frühen Abend für ein faszinierendes Klangerlebnis. Den Auftritt der 29 Musiker am Johannesplatz hätte man auch mit „Meditation zur Abendzeit“ umschreiben können. Die sonoren, weichen Alphornklänge und das besondere Licht, in den die untergehende Abendsonne den Platz tauchte, zauberten eine ganz besondere Stimmung, die so manchen Besucher dazu verleitete, doch noch einige Minuten länger in der Bühler Innenstadt zu bleiben.
Insgesamt präsentierte sich die Laienmusik in Baden-Württemberg in Bühl facettenreich und modern. Das Landesmusikfestival war also wieder einmal die beste Werbung für ein Hobby, dem laut Landesmusikverband rund 1,2 Millionen Menschen im Land nachgehen.